Wie nenne ich meine Suchtstimme? Ihr kennt alle die ModeratorInnen, die mit einem Knopf im Ohr ausgerüstet sind, um den Regieanweisungen aus dem Off folgen zu können. So in etwa stelle ich mir meine Suchtstimme vor. Sie flüstert: Nun komm' schon – jetzt bist du schon bei Tag XY, ein Glas kannst du dir schon gönnen. Die sogenannten Cravings. Nun wissen wir aus der Gehirnforschung, dass ein Glas eben nicht geht. Das Gehirn erinnert sich sofort, auch wenn die Sucht tief in der Gruft vergraben liegt und mittlerweile mit Unkraut überwachsen ist. Sie wird quietschfidel auferstehen und vor Freude tanzen. Apropos Fidel: Catherine Gray schreibt in ihrem Buch The Unexpected Joy of Being Sober : Lernt man als Kind Geige, spielt dann über Jahre überhaupt nicht, erinnert sich das Gehirn sofort, sobald das Instrument wieder auf der Schulter liegt. Deshalb ist es so essentiell, dass man als alkoholsüchtiger Mensch niemals auf diese Stimme aus dem "Off" hört. Egal wie laut sie wird. Auc...